Therapie

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Behandlung von demenziellen Erkrankungen unterscheiden wir grundsätzlich verschiedene Therapieansätze.

 

Einzelne sekundäre Demenzformen (z.B. Elektrolytstörungen, Störungen des Schilddrüsenstoffwechsels) können direkt ursächlich behandelt und bestenfalls sogar geheilt werden. Bei vaskulären Demenzen steht die Therapie der Risikofaktoren (Hypertonus, Cholesterin, Diabetes, Rauchen) im Vordergrund, bei alkoholisch bedingten Hirnschäden strikte Alkoholkarenz.


Die sogenannten degenerativen Demenzerkrankungen mit ihrem Hauptvertreter, der Alzheimer-Krankheit, werden heute in erster Linie durch Medikamente behandelt, die in den Stoffwechsel der Neurotransmitter (Botenstoffe zwischen Nervenzellen) eingreifen. Es wird dabei zwischen Acetylcholinesterase- Hemmern mit drei Hauptvertretern (Rivastigmin, Donepezil, Galantamin) sowie dem NM DA-Rezeptor Antagonisten Memantine mit Beeinflussung des Glutamat-Stoffwechsels im Gehirn unterschieden. Durch Verabreichung dieser Substanzen ist eine positive Beeinflussung des Krankheitsbildes und eine Verlangsamung des Verlaufs um ca. 1-2 Jahre möglich.


Zur Behandlung der verschiedenen, für die Angehörigen z.T. erheblich belastenderen psychischen- und Verhaltensstörungen, stehen eine Vielzahl an Medikamenten aus verschiedenen Bereichen zur Verfügung, deren Effektivität jedoch nicht überschätzt werden darf und die z.T. mit Nebenwirkungen behaftet sind. Depressive Symptome werden mit modernen Antidepressiva, Ängste mit Antidepressiva und sog. Anxiolytika, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Wahnvorstellungen, Aggressionen, Weglauftendenzen meist mit klassischen oder atypischen Neuroleptika (Haloperidol, Pipamperon, Melperon, Risperidon, Quetiapin etc.) behandelt.
Medikamente sind jedoch nur einen Teil des Gesamtkonzepts in der Therapie von Demenzerkrankungen. Ergänzende nicht medikamentöse Therapie- und Betreuungsmethoden, die Schaffung eines stabilen sozialen Umfeldes für die Kranken sowie eine intensive Angehörigenberatung und -betreuung sind weitere wichtige Aspekte in der Behandlung und Versorgung demenzkranker Menschen.